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In meiner Bibliothek finden Sie Erklärungen zu botanischen Fachbegriffen, die ich auf meinen Seiten verwendet habe.

diözisch

Diözische Pflanzen sind zweihäusig bzw. getrennt geschechtlich. Das heißt, manche Pflanzen bilden nur männliche Blüten andere Pflanzen nur weibliche Blüten.

epiphytisches Wachstum

Epiphyten sind Aufsitzerpflanzen. Sie wachsen auf Ästen oder in Astgabeln. Dies hat für den Baum keinerlei Nachteile. Epiphyten weisen keinerlei parasitäre Eigenschaften auf, die Pflanzen sind autark - sie versorgen sich komplett selbst. Im Wesentlichen finden sich Epiphyten in den Tropen. Zum Boden des Regenwaldes gelangt nur etwa 1% des Sonnenlichts, so dass die sonnenexponierten Lebensräume der Baumkronen besiedelt wurden. Unter den Epiphyten finden sich viele Bromelien- und Orchideenarten, aber auch vereinzelt fleischfressende Pflanzen.

Gondwanatheorie

Gondwana

Gondwana bezeichnet in der Erdgeschichte den südlichen Großkontinent, der aus Südamerika, Afrika, Madagaskar, Indien, Australien und der Antarktis bestand. Vor 150 Millionen Jahren zerbrach Gondwana und die Bruchstücke drifteten aufgrund der Plattenbewegung auseinander. Dort wo diese Bruchstücke auf andere trafen, wurden Gebirge aufgeworfen, wie bei der Kollision von Europa mit Afrika (Alpen) oder Asien mit Indien (Himalaya).

Heterotrophie

Heterotrophie bezeichnet die Notwendigkeit eines Lebewesens organische Kohlenstoffe von anderen Lebewesen zu beziehen, da sie nicht selber in der Lage sind, diese mittels Photosynthese eigenständig zu erzeugen. Im Pflanzenreich ist die Heterotrophie ein sehr seltenes Phänomen, es existieren nur wenige heterotrophe Pflanzen. Diese Pflanzen betreiben keine eigene Photosynthese mehr und existieren als Schmarotzer. Einige europäische Orchideen zeigen eine mehr oder minder vollständige Mykoheterotrophie. Die Korallenwurz (Corallorhiza trifida), der Widerbart (Epipogium aphyllum), der Dingel (Limodorum abortivum) und die Vogelnestwurz (Neottia nidus-avis) beziehen ganz oder überwiegend die benötigten Nährstoffe von dem saprophytisch lebendem Mykorrhizapilz.

Internodium

Das Internodium ist der blattlose Teil einer Sprossachse zwischen zwei Knoten (Knoten = Nodus), aus dem zum Beispiel Blätter entspringen.

Kleistogamie

Der Normalfall der Bestäubung, nämlich eine Bestäubung bei geöffneten Blüten, wird als Chasmogamie bezeichnet. Kleistogamie bezeichnet dagegen die sehr seltene Ausnahme, bei der es zu einer Selbstbestäubung bei geschlossenen Blüten kommt.

Klimakterische vs. Nicht-Klimakterische Früchte

Ethen, EthylenEine Reihe von Früchten können nach der Ernte nachreifen. Bei diesen Früchten handelt es sich um klimakterische Früchte. Voraussetzung ist jedoch, dass die Ernte erst nach dem Erreichen der Pflückreife stattgefunden hat. In diesem Fall bewirkt das Phytohormon Ethen – ein Gas – das Nachreifen der Frucht bis zur Genussreife. Bei diesem biochemischen Prozess wirkt das Ethen autokatalytisch, es wird von der Frucht aufgenommen, regt in dieser unter anderem eine vermehrte Sauerstoffaufnahme an und führt letztlich neben dem Nachreifen zu einer gesteigerten Freigabe von Kohlenstoffdioxid sowie Ethen, wodurch benachbarte Früchte ebenfalls zum Nachreifen angeregt werden. Klimakterische Früchte sind zum Beispiel Äpfel, Bananen, Maracujas und Tomaten. Nicht klimakterische Früchte sind zum Beispiel Ananas, Kirschen, Litchis und Zitrusfrüchte.

Kommensalismus

Der Begriff Kommensalismus geht auf den belgischen Parasitologen Pierre-Josef van Beneden zurück und leitet sich vom lateinischen Begriff commensalis (Tischgenosse) ab. Der Begriff bezeichnet eine einseitige Nutzniesserschaft, jedoch ohne einen Schaden für den Wirt. Der Kommensale ernährt sich von den Abfallstoffen oder Nahrungsüberschüssen des Wirts. Bei fleischfressenden Pflanzen sind bislang etwa 100 Kommensalen bekannt. Diese Interaktion ist als eine Form der Probiose zu verstehen.

Konvergenz

Unter Konvergenz versteht man ähnliche morphologische Merkmale bei nicht nähers miteinander verwandten Arten. Dieses Merkmal hat sich aufgrund vergleichbarer Umweltbedinungen oder als Anpassung an vergleichbare Anforderungen entwickelt.

Monotypische Gattung

Eine monotypische Gattung umfasst nur eine einzige Art.

Neophyt

Als Neophyten werden Pflanzen bezeichnet, die nach 1492 in einem Gebiet neu eingebürgert wurde, in dem sie zuvor nicht natürlicherweise vorkamen. Fand diese Einbürgerung vor 1492 statt, werden die Pflanzen als Archäophyten bezeichnet.

Peristom

Als Peristom wird in der Biologie sehr allgemein die 'Umgebung des Mundes' bezeichnet. Im Zusammenhang mit Insektivoren wird als Peristom die Kranzleiste um die Öffnung von Grubenfallen bezeichnet, wie sie bei den Kannenpflanzen oder dem Zwergkrug zu finden ist.

Präkarnivorie

Präkarnivore Pflanzen haben Mechanismen entwickelt um Insekten zu erbeuten. Da sie allerdings selbst keine Verdauungsenzyme produzieren, sind sie zur Verwertung der Beute auf eine bakterielle oder andersweitige Zersetzung angewiesen.

Saprophytismus

Saprophytische Lebewesen ernähren sich durch die Zersetzung toter organischer Stoffe.

Stratifikation

Viele Samen weisen eine Keimhemmung auf. Diese soll eine Keimung des Samens zu einem ungünstigen Zeitpunkt verhindern. Eine entsprechende Vorbehandlung des Samens zur Durchbrechung der Keimhemmung bezeichnet man als Stratifikation. Bei Pflanzen aus temperierten Zonen verlieren viele Samen ihre Keimhemmung meist erst nach Exposition gegenüber Kälte, die Keimung soll erst im Frühjahr erfolgen. Solche Samen sind für mehrere Wochen im Kühlschrank zu lagern.

Turio

Der Turio bzw. Turion (Mehrzahl: die Turionen) ist ein vegetativ gebildetes Überwinterungsorgan von Wasserpflanzen. Im Herbst werden die Blätter immer dichter am Spross gebildet, so dass eine eiförmige, dichte „Überwinterungsknospe“ entsteht, die an den Grund des Gewässers sinkt. Da Wasser bei einer Temperatur von 4 °C die höchste spezifische Dichte aufweist, ist dieses am schwersten und sinkt ebenfalls auf den Grund des Gewässers, so dass etwas tiefere Gewässer nahezu nie komplett zufrieren und die Turio am Gewässergrund den Winter überdauern kann. Im Frühjahr erfolgt das erneute Austreiben aus dem Turio.

USDA - Klimazonen

International wird die Winterhärte von Pflanzen anhand der USDA – Winterhärte – Zonen (engl.: USDA Plant Hardiness Zones) eingeteilt. Diese Einteilung stammt von dem amerikanischen Landwirtschaftsministerium (US Department of Agriculture). Insgesamt werden 11 Hauptzonen unterschieden, dabei besteht zwischen den Hauptzonen jeweils ein Temperaturunterschied von 10 °F (etwa 5,56 °C). Die Zonen 2 bis 10 werden jeweils nochmals in eine Zone a und eine Zone b aufgeteilt.
Zone Von °C Bis °C
1 unter – 45,6 °C
2a – 45,5 °C – 42,8 °C
2b – 42,7 °C – 40,0 °C
3a – 39,9 °C – 37,3 °C
3b – 37,2 °C – 34,5 °C
4a – 34,4 °C – 31,7 °C
4b – 31,6 °C – 28,9 °C
5a – 28,8 °C – 26,2 °C
5b – 26,1 °C – 23,4 °C
6a – 23,3 °C – 20,5 °C
Zone Von °C Bis °C
6b – 20,4 °C – 17,8 °C
7a – 17,7 °C – 15,0 °C
7b – 14,9 °C – 12,3 °C
8a – 12,2 °C – 9,5 °C
8b – 9,4 °C – 6,7 °C
9a – 6,6 °C – 3,9 °C
9b – 3,8 °C – 1,2 °C
10a – 1,1 °C + 1,6 °C
10b + 1,7 °C + 4,4 °C
11 + 4,5 °C darüber