Reusenfalle

Im Überblick

Der einzige Vertreter der fleischfressenden Pflanzen, der dieses Fallensystem entwickelt hat, ist die Gattung Genlisea, welche mit 21 Arten in Afrika und Südamerika vorkommt. Keine der Arten kommt auf beiden Kontinenten vor. Früher wurde diese Verteilung als Beleg für die Gondwanatheorie hergenommen, heute ist man jedoch der Ansicht, dass die Gattung Genlisea in Afrika entstanden ist und sekundär eine Besiedlung Südamerikas durch eine Stammform stattgefunden hat, aus der sich die südamerikanischen Arten entwickelt haben.

Die tropischen Reusenfallen weisen keine Wurzeln auf. Es werden aber zwei Formen von Blätter produziert. Einerseits die oberirdischen, kleinen Laubblätter, andererseits die sogenannten Rhizophyllen. Diese unterirdischen, weißen Blätter sind geteilt und sehen somit aus wie ein umgedrehtes ‚Y‘. Beide Arme des Ypsilons sind korkenzieherartig gedreht und weißen winzige Öffnungen auf. Über diese gelangen die chemisch angelockten Beutetiere (vor allem Wimpertierchen und Fadenwürmer) in ein Kammersystem, das aus mehreren miteinander verbundenen Kammern besteht. Zwischen den Kammern sind kleine Härchen angebracht, welche eine Bewegung des Beutetierchens in die nächst-zentralere Kammer erlaubt, jedoch nicht umgekehrt. Von dieser Morphologie leitet sich der Name Reusenfalle ab. Letztlich geraten die Beutetiere in ein zentrale Blase, wo die Verdauung stattfindet.

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  • Reusenfalle (Genlisea).

    Eine Gattung mit insgesamt 21 Arten in Afrika und Südamerika. Besitzt ein hochraffiniertes Fangsystem.

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