Brenne

Im Überblick

Brenne im Landkreis Landsberg im August 2011.

Entlang des Lechs zwischen Schongau und Augsburg befinden sich eine Reihe von Halbtrocken- bis Trockenrasen auf einer Unterlage von teils mehreren Meter messenden Schichten von Flussschotter mit geringer Lössschichtauflage. Diese Magerrasen werden als Lechtalheiden bezeichnet und sind extrem artenreiche Biotope, u.a. mit dem Vorkommen zahlreicher Orchideen- und Enzianarten.

Die Entwicklung der Lechtalheiden geht 120.000 Jahre zurück, als der Lechgletscher während der Eiszeiten gewaltige Schottermengen bis nach Augsburg vorgeschoben hat. Später wurden diese Schottermengen einerorts vom Lech wieder abgetragen, andernorts teils aufgeschichtet. Anschließend lagerten anhaltende Tundrawinde eine Lösschicht auf. Durch die spätere Beweidung durch uns Menschen entwickelten sich hierauf große, warme, trockene und nährstoffarme Heideflächen, die aktuell nur noch etwa 1 % ihrer ursprünglichen Fläche einnehmen.

Die heutigen Lechtalheiden stehen nahezu alle unter Naturschutz und beherbergen eine einzigartige Fauna und Flora, darunter auch 28 Orchideenarten, die auf den Heideflächen und in den umliegenden Auwäldern vorkommen. Darunter befindet sich auch das vom Aussterben bedrohte Wanzenknabenkraut (Orchis coriophora).

Kleinere Heideflächen auf Flussschotterunterlage im Auwald werden als Brenne bezeichnet. Sie zeichnen sich durch ein einzigartiges Mikroklima aus. Durch den umliegenden Wald findet im Sommer kaum ein Luftaustausch statt, so dass sich die Flächen bis auf 50°C aufheizen können.

Projekt

Erläuterung des Baus und schematische Darstellung

Skizze einer Brenne Auch mit der Anlage der Brenne habe ich im Spätsommer 2009 begonnen. Zunächst wurde der Boden zirka 20 Zentimeter tief abgetragen und ein reliefreicher Untergrund geschaffen.

Diese Fläche habe ich im darauffolgenden Frühjahr mit einer 20 – 40 Zentimeter hohen Schicht aus Flussschotter (Körnung 12 – 25 mm) aufgeschüttet und als oberste Schicht etwa 2 Zentimeter Lehm aufgebracht. Ringsherum um die Fläche habe ich eine Naturhecke aus verschiedenen einhemischen Sträuchern gepflanzt.

Entwicklung

Zunächst zeigte sich die Fläche als ausgeprochener Trockenrasen, u.a. auch durch die geringe Niederschläge im Frühjahr begünstigt. Selbst nach ausgedehnten Regenfällen war die Fläche bereits zwei bis drei Tage später komplett abgetrocknet, so dass kaum Pflanzen gekeimt sind. Ich habe daher die Fläche im Spätsommer dann doch mit etwas Rasenschnitt abgedeckt, um die Verdunstung zu reduzieren. Nach dieser Maßnahme machte der Bewuchs der Fläche einen deutlichen Fortschritt. Primäres Ziel ist es nun, auf der Fläche einen stabilen Bewuchs mit dem Pfeifengras zu etablieren. Anschließend werde ich versuchen, die eine oder andere Charakterpflanze der Brenne anzusiedeln.

Fotos

Rohbau der Wacholderheide (im Bild links hinten) sowie der Brenne (im Bild rechts vorne), Sommer 2009.
Im Frühjahr 2010. Inzwischen wurde eine etwa 30 cm hohe Flussschotterschicht eingebracht sowie eine etwa 2 cm hohe Lehmauflage, sowie eine Hecke ringsherum gepflanzt.
Im Herbst 2010. Die ersten Pflanzen wachsen, nachdem die Brenne mit etwas Rasenabschnitt abgedeckt wurde. Ebenso machte die Hecke einen deutlichen Wachstumsschub.
Der Aspekt der Brenne ist in diesem Jahr vom Gewöhnlichen Natternkopf (Echium vulgare) geprägt. Im Vordergrund sieht man eine Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum).
Im Sommer 2013. Deutlich ist die zunehmende Vegetation zu erkennen. Inzwischen haben sich 19 Pflanzenarten etabliert.
Prägende Arten sind weiterhin der Gewöhnliche Natternkopf (Echium vulgare), die Karthäuser-Nelke (Dianthus carthusianorum) und das Gelbe Labkraut (Galium verum).