Im Freien

Im Überblick

Etwa drei Dutzend Insektivoren weisen eine ausreichende Frosthärte für eine ganzjährige Kultur im Freien auf. Auf den nächsten Seiten zeige ich Ihnen den Bau von geeigneten Biotopen. Flachmoore sind auch in Deutschland das Biotop der Fettkräuter. Die frostharten Fettkräuter bevorzugen alle einen eher basischen Boden und sind somit in einem Flachmoorbeet gut aufgehoben. Die restlichen frostharten Insektivorenarten gehören hingegen in ein Hochmoorbeet mit einem pH-Wert < 4.

Für eine langjährige Kultur ist allerdings nicht zwingend der Bau eines mehreren Quadratmeter großen Moorbeets erforderlich. Auch in einem Mörtelkübel, in einer alten Badewanne oder dergleichen lässt sich ein langjährig stabiles Biotop etablieren. Auf der entsprechenden Seite finden Sie auch eine Tabelle mit Arten, die ganzjährig für draußen geeignet sind.

Daneben sind diese Biotope im Sommer auch der ideale Ort für viele nicht frostharte Insektivoren. Pflanzen Sie diese einfach in Tontöpfe und senken Sie die Töpfe bis zu deren Rand in den Torf ein. Über die wasserdurchlässige Tonwand wird die Pflanze ausreichend mit Feuchtigkeit versorgt.

Wenn Sie Ihren Insektivoren eine Freilandhaltung gönnen, werden Sie durch perfekt ausgefärbte, blühwillige und vitale Pflanzen belohnt. Allerdings sollten Sie bei der Freilandhaltung auf die folgenden Risiken achten:

1. Schnecken: Werden leider oft durch die feuchte Biotope angezogen und verstecken sich im Sphagnum. Manchmal reicht es aus, diese bei feuchtem Wetter in der Dämmerung einfach abzusammeln. Gelegentlich kann der Einsatz von Bierfallen nötig werden.

2. Vögel: Die kritische Zeit ist das Frühjahr. Dann ist ein Moorbeet für die Vögel ein wahres Eldorado als Nestmateriallager. Bei der Sammelleidenschaft der Vögel werden leider vor allem kleine Droseras mit dem Sphagnum aus dem Torf gerissen und vertrocknen. Ich schütze empfindliche Pflänzchen im Frühjahr mit einem kleinen Korb aus Maschendraht.

3. Sphagnum: Ja, richtig gelesen! Das sonst so zuträgliche Torfmoos kann bei zusagenden Bedingungen (also wenn Sie beim Bau alles richtig gemacht haben) mitunter wuchern. Rosettenbildende Droseras werden überwachsen und sterben am Lichtmangel. Aber auch größere Pflanzen sind gefährdet. Ich habe leider durch das Sphagnum schon zwei Heliamphora- und eine Darlingtonia-Pflanze verloren. Im Sommer gediehen die Pflanzen im Sphagnum-Polster durch den kühlenden Effekt durch die Wasserverdunstung prächtig. Im Herbst machte das Sphagnum nochmals einen kräftigen Wachstumsschub und überwucherte die Pflanzen nahezu, so dass diese im kaltnassen Herbstwetter an der Wachstumsbasis verfaulten. Da hilft nur ein gelegentlicher Schnitt mit der Schere. Andere Insektivorenfreunde freuen sich über eine Packung Sphagnumköpfe.

Das erwartet Sie hier

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  • Hochmoorbeet.

    Das klassische Hochmoor ist ein nährstoffarmes, nasses und saures Biotop. Ideal für eine Vielzahl an Insektivoren.

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  • Flachmoorbeet.

    Ein Flachmoor ist weniger feucht, nährstoffreicher und neutral bis alkalisch. Das geeignete Biotop für frostharte Frettkrautarten.

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  • Das Moor in der Wanne.

    Prinzipiell lässt sich aus jedem wasserdichten Gefäß mit einigen Litern Volumen ein Moor nachbilden. Die ideale Lösung für Personen mit wenig Platz.

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